Hervorgehoben

113. Episode – Betriebsrat

Episoden aus meinem Leben

113. Splitter – Ich bitte um einen aussagekräftigen Titel

 

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Weihnachtsfeier Betriebsfeier

 

„Sie sind ein Aufsichtsratsvorsitzender, den wir schätzen, weil unsere Firma unter Ihrer Führung prosperiert und besser dasteht als die Konkurrenz. Was Sie jetzt von uns verlangen ist die Bereitschaft einzuwilligen, über das gesetzliche Maß hinaus Mehrarbeit zu leisten. Uns beängstigt die Situation, den Entscheidungen unserer Chefs ausgesetzt zu sein, die nach ihrem Gutdünken unerwartet Überstunden anordnen können.“ Das ist etwas, was ich bei einer Betriebsversammlung vor der großen Mannschaft in der Fabrik gesagt habe.

Zum Weihnachtsfest der Firma hält unser Chef normalerweise eine passende Ansprache, für die ich mich bedanke. Heuer ist er durch Sitzungen von der Teilnahme abgehalten. Er schickt uns seinen Vize, der voraussichtlich etwas später eintreffen wird.

Ich – als Betriebsrat unserer Verkaufsabteilung in Wien – richte daher zunächst meine Worte an die zirka 40 Angestellten, die dort beschäftigt sind. „Liebe Kolleginnen und Kollegen, unserer Firma geht es – Gott sei Dank – gut und wir haben allen Grund, Weihnachten auch im Lichte unseres Erfolgs zu feiern.“

Der Stellvertreter unseres obersten Chefs kommt tatsächlich bald mit Weihnachts-Glückwünschen. Dann gelangt er zum wesentlichen Teil seiner Botschaft. Wir hätten im Jahr 1998 ein Jahrhundert-Ergebnis eingefahren, müssten aber befürchten, dass sich die Kostensituation ab jetzt so verschlechtere, dass wir in der unmittelbar bevorstehenden Zukunft gemeinsame Anstrengungen unternehmen müssten, um nicht von der geänderten Situation überfahren zu werden. Trotzdem könnten wir für heuer eine Prämie erwarten.

Ich frage ihn, wie hoch die wäre, bekomme aber eine ausweichende Antwort. Sie müsse erst berechnet werden. Sie werde zwar bescheiden aber spürbar sein.

Seinen Hinweis auf die Zyklen in der Papierindustrie, die 1999 talwärts laufen, kommentiere ich: „Wir sind davon überzeugt, dass wir nach den riesigen Erfolgen im vergangenen Jahr weiterhin ein gutes Ergebnis bringen werden. Von Produktionskürzungen ist derzeit keine Rede. Also finde ich das geschilderte Szenario übertrieben.In unser aller Interesse bilden wir gemeinsam mit unseren Vorgesetzten ein zusammengeschweißtes Team, wenn es dabei auch manche Schweißnähte gibt. Jetzt schon sind wir glücklich über die Erfolge, die wir bei der Zusammenarbeit mit der eben erst in den Firmenverband aufgenommenen russischen Papierfabrik erzielt haben. Wir werden uns auch den künftigen Herausforderungen stellen.“

Da der Firmenbeauftragte bald schon wieder weg muss, wünsche ich – in der Art eines Klosterbruders, der ich einmal war – allen ein geruhsames Weihnachtsfest im Kreise ihrer Lieben und kündige an: „Das Buffet ist eröffnet.“

Hervorgehoben

111. Episode aus meinem Leben – zusammengefallenes Bett

111. Splitter – Ich bitte um einen aussagekräftigen Titel

 

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Die ab und zu erforderliche Reinigung des Fußbodens unter unserem Doppelbett steht an. Die Systemrahmen, so heißt jetzt der Ersatz für die früheren Lattenroste, sind mit den verstellbaren Liegepositionen und den dafür erforderliche Motoren viel schwerer als die ohnehin schweren Matratzen. Lässig übernehme ich die schwere Aufgabe, sie in passende Position fürs Staubsaugen zu bringen. Aber ich bin ein Laie und überschätze mein Geschick, das dafür erforderlich ist. Ein Systemrahmen fällt auf den Balken zwischen den beiden Liegeflächen und lässt ihn einknicken. Was tun?Ich nehme also die beiden Bruchstücke des Kantholzes unter der den Arm und gehe in einen Laden für Selbstbaumöbel. Beim Anmarsch mache ich gedanklich Bestandsaufnahme der erforderlichen Werkzeuge, um selber das beschädigte Ersatzteil zu reparieren. Ich habe Lochsägen und Stichsägen und jede erforderliche Art von Schrauben inklusive Längs- und Kreuzschlitz-Schraubendrehern. Also kein Problem! Die Schwierigkeit besteht nur darin, dass der Verkäufer klarstellt, ein Brett dieser Breite und Dicke wäre nicht lieferbar.
Es bleibt mir also nicht erspart, die Rechnung für die gesamte Schlafzimmereinrichtung herauszusuchen. Sie datiert vom Jahr 2004. In der Hoffnung, dass der Hersteller das Ersatzteil lagernd hat oder zumindest erzeugen kann, rufe ich beim damaligen Lieferanten an. Ich habe viel Mühe, mein Anliegen begreiflich zu machen. Mein Telefon-Partner versteht nicht, was die „Mittelkonsole eines Doppelbetts“ sein soll. Erst als ich die Kaufvertrags-Nummer von damals nenne versteht er, dass es sich um eine „Traverse“ handelt. Jetzt geht es rasch. Nach einer Rückfrage beim Hersteller des Betts ist geklärt, dass das Ersatzteil lieferbar ist. Der Preis ist mir in diesem Moment ziemlich egal. Das Bestellformular würde mir zum Zweck der Unterschrift noch am selben Tag gemailt.Meine Frau und ich überlegen uns, wie wir diese und künftige Nächte schlafen sollen. Wir wählen die einfachste Variante und legen Systemrahmen und Matratze auf den Boden zwischen den „Begrenzungsborden“ (wie das wohl fachgerecht heißt?). Kann doch nicht so schwer sein! Abends steigen wir fast mühelos in unsere Schlafhöhle ein. Als ich in der Nacht auf die Toilette muss, schaffe ich es trotz aller möglichen und unmöglichen Verrenkungen nicht, über das Seitenbord wieder auszusteigen. Ich reiße damit meine Frau aus dem Schlaf. Sie ist viel geschickter als ich und hilft mir durch Handreichen aus meiner misslichen Lage. Da ich noch weiterschlafen will, nehme ich mir jetzt einen Regenschirm als Halterung an einem Mauervorsprung mit, damit ich das Handikap allein bewältigen kann. Den Schirm brauche ich dann aber nicht, weil ich – höchst ungewöhnlich – gleichzeitig mit meiner Frau aufstehe und ihre entgegengestreckte Hand ergreife.
Stammbaum
Da das angekündigte Formular auch am nächsten Tag nicht kommt, mache ich mir über die Gültigkeit unserer Abmachung Sorgen. Der Berater von der Service-Line hört sich die mittlerweile fachgerechte Schilderung meines Anliegens an. Er gibt zu, nicht zu wissen, ob mein Wunsch erfüllbar wäre. Als ich ihm versichere, bereits eine fixe Zusage zu haben, fragt er mich, von wem ich diese erhalten hätte: „Wenn sie seinen Namen nicht kennen, kann ich leider nichts für Sie tun. Der betreffende Mitarbeiter kann außer Haus sein. Sogar in Urlaub kann er sein. Es tut mir leid.“ Da er auflegt, rufe ich noch einmal an und bemerke durch ein Knacksen in der Leitung, dass man mich wieder in die Warteschleife befördert hat. Erst beim fünften Anruf spreche ich mit dem „Fachmann“ von vorher, gebe mit erhobener Stimme meinem Ärger Ausdruck und frage, ob es in dieser Riesenfirma nur einen Zuständigen gäbe: „Verbinden Sie mich mit dem Mitarbeiter, der Bescheid wissen müsste, auch wenn er dazu nicht die Qualifikation hat. Nennen Sie mir vorsichtshalber seinen Namen und Ihren eigenen dazu.“ Gleich danach bin ich mit dem Ansprechpartner von gestern verbunden. Der ist sofort im Bilde und entschuldigt sich. Nach einem Monat würde ich den fehlenden Teil bekommen …

Wie wir in der Zwischenzeit unsere Schlafsituation organisieren? Das ist eine andere Geschichte.

kostenfrei

Ansichten & Einsichten – Wir können doch Du zueinander sagen?

Als Lehrtrainerin werde ich auch eingeladen bei Lehrgängen anderer Organisationen Seminartage abzuhalten. Wichtig für mich ist dabei, auch dann, wenn wenig Zeit zur Verfügung ist, eine Kennenlernrunde anzuleiten. Eine Vorstellrunde in der grossen Gruppe ist für viele Menschen unangenehm. In unseren Lehrtrainings beginnen wir jedes Modul mit einer anderen Methode, um die Vielfalt erlebbar zu machen. In diesem Fall bitte ich alle Personen mit jeder anderen Person der gesamten Gruppe in Kontakt zu treten und etwas zu erfragen, was sie über diese Person – noch – nicht wissen. Ich selbst beteilige mich an diesen Gesprächen und kann mich daher mit jeder Person austauschen. So lernen wir einander kennen und die Teilnehmenden können zu mir als Leitende dabei Vertrauen entwickeln.

Bei so einer Kennenlernrunde überraschte mich eine Teilnehmerin mit „Wir können doch Du zu einander sagen?“ Mein Impuls war, nicht darauf zu reagieren. Das ist ungewöhnlich bei mir. Ich bin für Klarheit und spreche gerne alles an und aus. In diesem Fall habe ich – wie bei einem Lehrtraining üblich – bei der Reflexion über diese Übung auch diese – meine – Reaktion zum Thema gemacht und erklärt: hätte ich JA gesagt, hätte es für mich nicht gestimmt. Hätte ich NEIN gesagt, wäre das eine rüde Zurückweisung gewesen, ganz unpassend für mich. Üblicherweise bin ich mit den Teilnehmenden per Sie. Bei Weiterbildungen, die länger dauern und Selbsterfahrungssequenzen enthalten, wo ich auch eigene Erfahrungen einbringe, ist für mich ein DU gerne möglich.

In den kurzen Beiträgen
geht es um praktische
Beispiele aus dem Alltag

einer Beraterin und Trainerin über erlebte Missverständnisse und schwierige Situationen. Hier gebe ich konkrete Anregungen für Verhaltensmöglichkeiten, wie mit Respekt, Wertschätzung, Humor und (angeleitetem) Erfahrungsaustausch einfühlsame Kommunikation und konstruktive Intervention möglich sind.

Über Ergänzungen und diskussionsfreudigen Austausch freue ich mich jetzt schon!Beiträge, die nicht veröffentlicht werden
sollen, bitte entsprechend anmerken!
 

Wie sag ich’s?
Für ein konstruktives Miteinander

Coachperson
Foto: Alexandra Grill

 

119. Episode – Antonella

 

Episoden aus meinem Leben

119 Splitter – Ich bitte um einen aussagekräftigen Titel
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Antonella ist Krankenschwester in einem Turiner Spital. Ich habe sie dort kennengelernt. Gegenseitiges Interesse ist aufgeflammt. Ich bekomme von unserem Pater Magister die Erlaubnis, sie bei ihr zuhause zu besuchen. Dort lerne ich ihre Mutter und später auch ihre Schwester kennen.

Der Padre Maestro, von dem ich die Genehmigung erhalten hatte, befragt mich anschließend über den Verlauf meines Besuchs bei Antonella, die viele von uns Klerikern in der Klinik kennen gelernt hatten. Ich schildere ihm die familiäre Atmosphäre, die ich bei dieser Gelegenheit erfahren durfte.

Das fasziniert auch ihn und einige andere aus unserer klösterlichen Gemeinschaft. Auch sie zeigen Interesse, dorthin mitzukommen. So organisiere ich ein Treffen. Wir feiern ein gemeinsames Fest bei Antonella, zu dem wir ein paar Flaschen Barbera, den typischen Piemonteser Rotwein mitbringen. Wir amüsieren uns köstlich, sodass sich solche Kontakte mehren und quasi zur Selbstverständlichkeit werden.

Fasching ohne Kostüm
(Wer findet mich?)

Vermischung

Handkuss auf klerikal

Handkuss

Allerdings bin immer noch ich der Koordinator für solche Begegnungen, was ich auch genieße. Ich bin auch derjenige, der öfter als alle anderen in der Wohnung von Antonella, die mittlerweile zu „meiner“ Freundin geworden ist, zu Gast ist.

Die Gastfreundschaft erwidern wir Klosterinsassen mit Gegeneinladungen in unseren Konvent. Ganz gegen die üblichen strengen Regeln jeder Niederlassung unseres Ordens haben wir im Klerikat, reserviert für uns Junge, noch immer keine Klausur. Padre Montá, der ehemalige General des Ordens, der jetzt bei uns Prior (der Erste unter Gleichen) ist, hält es, gefragt von unserem Pater Magister, nicht für vorrangig, die feierliche Zeremonie der Einsegnung einer Klausur für uns werdende Priester vorzunehmen. Die Klausur würde uns von allen Außenstehenden und vor allem von Frauen abschirmen.

Aufgrund dieser folgenschweren Achtlosigkeit sind wir den Versuchungen, die das Leben zu bieten hat, schutzlos ausgeliefert. Mittlerweile hat sich der kleine Personenkreis um Antonella um einige ihrer Freundinnen und Freunde erweitert, denen wir das ganze Riesengebäude im Anbau an die Basilika von Superga zeigen können. Spontan lade ich unsere Gäste auch in meine Zelle ein, wo ich studiere und schlafe. Antonella benützt es dazu, zusammen mit einem meiner Kollegen auf meinem Bett zu sitzen, eine Freundin von ihr, in den Schubladen meines Schreibtischs zu wühlen, und einen Freund, sich meinen Zweit-Habit anzuziehen und auf „fromm“ zu machen.

Doppelbett

Heim-Bett

Mustermönch

Frömmigkeit

Es ist kein weiter Schritt dazu, dass ich bis spät in der Wohnung von Antonella bleibe und mich von ihr mit ihrem Auto ins Kloster zurückführen lasse. Wir küssen uns, sie berührt mich „unsittlich“. Ich lasse das zu. Aber in meiner verbliebenen Tugendhaftigkeit und erfüllt von bedrohlichem schlechten Gewissen vermeide ich, bei ihr dasselbe zu machen. Stur beharre ich auf meiner ambivalenten Haltung und verabschiede mich, getrieben durch die Zwiespältigkeit meiner Gefühle.

Als ich später dann doch ihrem Drängen nachgeben will und in der Wohnung ihrer Schwester eine Liegestatt herrichte, kommt sie zu spät von der Arbeit, ist schockiert von meiner Aktion und – für mich ganz unerwartet – abweisend. Endlich wäre ich bereit gewesen …

Zwei Wochen später entscheide ich mich, meine klerikale Laufbahn an den Nagel zu hängen und nach Österreich zurückzukehren. Eine Zukunft in Italien ohne Beruf und ohne irgendeine Erfahrung im Alltagsleben scheint mir nicht erstrebenswert. Eine solche Variante ist mir, verankert im Kloster, nie on den Sinn gekommen. Ich verbringe die letzte Woche vor der Heimreise bei meinem Freund, der vor mir das Kloster verlassen hat. Sie versucht, mich zum Bleiben zu überreden. Vergeblich …

115. Splitter Episode – Alfred Heinrich

Episoden aus meinem Leben

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Nicht mehr wegzudenken aus meinem Leben ist Alfred, seit er mich zu unserer Hochzeit im Jahr 1993 unverblümt warnte: „Lieber Egon, Du hast heute „Ja“ gesagt, das wirst Du noch oft sagen müssen, das Übrige wird ohnehin die Ina sagen“. Das gibt mir natürlich zu denken, denn ganz so abwegig scheint mir diese Aussage nicht zu sein.

Zu meinem 60. Geburtstag neun Jahre später hält Alfred wiederum eine launige Rede, in der er – welche Freude für mich – feststellt: „Sie fand einen graden Michel, und heißt seither Ina Biechl …“ Das „Biechl“ erfüllt mich mit Stolz und lässt damit Alfred noch näher an mein Herz wachsen.

Alfred Heinrich ist ein Freund meiner Frau. Und so werde auch ich zu seinem. Hinter seiner humorvoll sarkastischen Art verbergen sich langjährige Erfahrung und Weltoffenheit. Kein Wunder also, dass ich ihn schätze. Er ist der Autor mehrerer Bücher und Mitbegründer des Kabaretts „Die Giftzwerge“. Er ist ein Genie, das – von Gerhard Bronner als „der“ Satiriker entdeckt – zusammen mit Lore Krainer „kilometerlange“ Textzeilen für die Radiosendung „Guglhupf“ schreibt. Wer konzipiert mehr Kilometer? Doch wohl er! Genauso wie die beiden warten auch Peter Wehle und Kurt Sobotka auf seinen wöchentlichen Beitrag. Zusätzlich verfasst er viele Jahre jede Woche eine Kolumne für „Die ganze Woche“.

Mir öffnet Alfred ganz unbewusst die Augen, dass es neben meiner Arbeit als Exportmanager noch anderes gibt, wofür es sich zu leben lohnt. Wenn auch nicht sofort, gewinne ich doch mit der Zeit die Überzeugung, dass später einmal auch für mich ein Platz unter denen zu finden ist, die ihre Gedanken nicht nur aussprechen, sondern auch niederschreiben.

Im Kurzfilm „Herr Herbert“, in dem Alfred den selbstgefälligen, hochnäsigen „Herrn“ spielt und durch antifeministische Aussagen den Feminismus propagiert, darf ich – jetzt bereits als freigespielter Pensionist – zusammen mit meiner Tochter und unter der Regie meiner Frau eine Nebenrolle spielen. Dabei tauchen Erinnerungen an Rollen auf, die ich bei Theaterstücken in meiner Jugend gespielt habe. Immer mehr beschäftigen mich Wach-Träume, mit der erforderlichen Kreativität zumindest bescheidenen Erfolg zu erzielen.

Alfred Heinrich gibt mir die Möglichkeit, einen weiteren Schritt in diese Richtung zu machen. Er lässt mich eine ausgedehnte Powerpoint-Show zur Präsentation seines Buches“ Und ewig raunzen die Wiener“ erstellen und bei vielen seiner Lesungen an diversen Orten vorführen.

„Und ewig raunzen die Wiener“
(bitte Bild anklicken)

Alfred Heinrich

„Sympathie mit Frauen“
(bitte Bild anklicken)

Alfred Heinrich

Das und der engagierte Einsatz meiner Angetrauten erfreuen und überraschen auch seinen Verleger, der uns – wer hätte das gedacht – zu einem lieben Freund wird.

Neben dem Ansporn durch viele Sympathisanten, insbesondere die Motivation durch meine Frau Ina, habe ich es vor allem der inspirierenden Anerkennung von Alfred Heinrich zu verdanken, dass ich beginne, „Gschichterln“ zu schreiben. Schließlich lande ich bei den „Splittern“, in denen ich – meinen Fähigkeiten und Schwächen angepasst – Episoden aus meinem Leben schildere.

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Das ist das Feedback zu dieser Episode:
Titel-Tipps:
Antal:
Alfred, der Großvater der Egon-Splitter“
Hannelore:
„ALFRED n.G. (nach Guglhupf)“
Brigitte:
„Mein ‚angeheirateter‘ Freund Alfred“
„Alfred kennen zu lernen – eine Bereicherung für mein Leben“
„Alfreds subtiler Humor“
Fritz :
Alfred, der Wahrsager“
Kommentare (autorisiert):
Antal:
Wohl dem, der so wie Du sich immer wieder von seinem Beruf zu emanzipieren weiß ! Wir Manager neigen ja dazu, unter dem Hinweis auf Zeitmangel („wer wichtig ist, hat Zeitmangel ….”) das geistig-kreative sträflich zu vernachlässsigen. Das rächt sich dann, weil uns irgendwann der Sinn zu entgleiten droht. Ich habe mich so dagegen gewehrt, dass ich 3x die Woche ins Outlook einen Termin eingegeben habe „Tu was, was ganz weit von Deinem Job entfernt ist!”. Hat halbwegs funktioniert…“
Hannelore:
„Das Wesen der Pension ist, dass alles eigentlich ganz anders ist, als wir uns das vor der Pension vorgestellt haben: Das Leben genießen, noch Dinge tun, die wir schon längst tun hätten wollen nach unserem langjährigen aufwendigen, stressigen manchmal auch freudvollen Arbeitsleben. Nicht mehr in dem Ausmaß gebraucht werden, genießen. – Das „süße“ Nichtstun hört sich nur während der Arbeitszeit gut an, aber es kommt eben ganz anders, als gedacht; obwohl es uns in Österreich im Verhältnis zu anderen Völkern gut geht. Du hast es mit Hilfe deiner Familie geschafft, dein Leben in endlosen Geschichten aufzuarbeiten.“
Brigitte:
„Wieder ein aufschlussreicher und unterhaltsamer Splitter ! Die zwei Szenen – köstlich !“

116. Episode aus meinem Leben – Aufstellung

Episoden aus meinem Leben

116. Splitter – Ich bitte um einen aussagekräftigen Titel

 

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Bisher habe ich versucht,  die Misserfolge bei meinen Diäten einfach wegzustecken. Um endlich für mein Aussehen und damit auch meine Gesundheit eine dauerhafte Lösung zu finden, beschließe ich im Jahr 2006, eine Gruppenpsychotherapie zu beginnen. Die Gruppe besteht aus sechzehn Personen. Der Therapeut ist bekannt und anerkannt.

Zunächst regt er uns dazu an, unsere Ist-Situation genau zu durchleuchten und in Form von Zeitplänen niederzuschreiben: die auf 5 Minuten genaue Aufgliederung unserer täglichen Tätigkeiten, die exakten Termine dafür, die Zeit, die wir für Familienmitglieder und Freunde (mit Namens-Angabe) aufwenden … Besonders wichtig sind die zu Beginn benannten Problembereiche jedes einzelnen. Für mich sind es die Entwicklung bei Gewicht, Alkohol- und Tabakkonsum.

Am interessantesten finde ich die Aufstellungen im Rahmen des Psychodramas. Die Anliegen eines Gruppenteilnehmers werden so behandelt, dass alles, was zum Thema gehört, ob Problem oder Person, von anderen dargestellt wird. Damit hat der sogenannte Protagonist die Möglichkeit, seine Geschichte von außen zu sehen und zu beurteilen.

Heute bin ich dran und wähle Personen für die vom Therapeuten vorgeschlagenen „Ich’s“ und meine Probleme. Peter repräsentiert mich als 23-jährigen „Kleriker“, Juliane als „verdrossene erste Frau“, Fritz steht für mich als maßloser „Exportmanager“ und Heinz für mein jetziges „Ich“.

Es entwickelt sich folgendes Gespräch: Peter, der Mönch, zu Fritz, dem Manager: „Wieso bist Du als kompetenter Vertriebsmann Deiner Firma so übergewichtig geworden?“ Der antwortet: „Der Stress, meine Arbeit gut zu machen, hat mich veranlasst, auf die individuellen Bedürfnisse und Vorlieben meiner Kunden einzugehen. Da bleibt nicht viel Zeit für sportliche Betätigung. Die vielen Essens-Einladungen kann ich nicht ablehnen, sondern muss sie in meiner Position sogar selber aussprechen. Das ist absolut kontraproduktiv.“

Peter setzt nach: „Zum Wochenende bist Du aber doch zuhause bei der Familie. Ich stelle mir das als einen Ort der Geborgenheit vor, einen Platz, wo neben genüsslichem Kuscheln gemeinsame Unternehmungen im Vordergrund stehen, bei denen Du Dich ungehindert bewegen kannst. Oder?“

Juliane mischt sich ein und sagt, gewendet an Fritz und Heinz, meinen persönlichen Repräsentanten: „Ein genüssliches Kuscheln gibt es nicht. Gelegenheit und Freude an körperlicher Bewegung sind nicht vorhanden. Was ist doch aus meinen Ideal-Vorstellungen des Zusammenlebens zwischen Fritz und mir geworden? Zu Beginn unserer Beziehung war alles eitel Wonne gewesen? Warum jetzt nicht mehr?“

Das veranlasst Fritz zu Peter, dem Theologiestudenten zu sagen: „Abgesehen davon, dass es vielen Personen, insbesondere Managern, so geht wie mir, habe ich – wie Du siehst – das zusätzliche Handicap zu tragen, durch Deine Berufswahl nicht optimal für eine Liebesbeziehung, eine Ehe vorbereitet zu sein.“ Heinz meint: “Ich pflichte dem zu 100 Prozent bei.“

„Gehst Ihr jetzt auf mich los? Ihr lenkt von Eurem Problem, der Fettleibigkeit, ab! Auch ich habe keine geglückte Beziehung zu einer Frau. Nicht einmal offen reden darf ich über eine solche. Aber das hindert mich nicht daran, mein Gewicht zu halten. Ich bin zwar durch mein zurückgezogenes Klosterleben beeinträchtigt, aber handwerkliche Tätigkeiten wie die Reparatur von klosterinternen Elektro-Leitungen und das Fällen von Bäumen im Klosterwald halten mich fit.“

Heinz nimmt das Thema auf: „Du bist natürlich erhaben über jeglichen Vorwurf, mich durch Deine Entscheidung, ein eheloses Leben in Armut und Gehorsam zu führen, zu belasten. Das halte ich für die Arroganz der Frommen. Siehst Du denn Frauen als Menschen oder nur als Versuchung, gegen das Gelübde der Keuschheit zu verstoßen?“

Auch Peter weicht jetzt vom Thema der Adipositas ab: „Natürlich gehören Frauen genauso wie Männer zum Gottesvolk, für das ich als künftiger Seelsorger verantwortlich sein werde. Und natürlich ist es so, dass ich jetzt, knapp nach meiner wohlüberlegten Entscheidung für ein gottgeweihtes Leben nicht von geilen Mädchen und Frauen davon abgehalten werden möchte. Der Ordenshabit und die damit zur Schau getragene Haltung, auf sexuelle Kontakte mit Frauen zu verzichten, ist für viele von ihnen ohnehin ein zusätzlicher Ansporn, den attraktiven ‚Mann‘ zu wecken, damit er ‚der Welt nicht verloren geht‘.“

Fritz, der Manager: „Unterliegst nicht auch Du manchmal dem weiblichen Charme, den Du eigentlich komplett ausklammern müsstest?“

„Was soll das mit Deinem Übergewicht zu tun haben? – Ja, natürlich gibt es so etwas, ich bin eben auch kein Übermensch. Und die mit meinem Entschluss eingeschlagene Linie will ich – motiviert durch das Vorbild vieler meiner Mitbrüder – beibehalten.“

Heinz zum Abschluss: „Das Übergewicht ist doch nur ein Ausdruck für meine Probleme, die ich nach wie vor nicht bewältigt habe. Gerade die Tatsache meiner klösterlichen Vergangenheit ist der Grund dafür, dass ich nach wie vor ein gestörtes Verhältnis zu Frauen habe. Ich glaube mehr denn je, dass mein Verhältnis zur Sexualität dadurch nach wie vor gestört ist und ich – obwohl jetzt glücklich verheiratet – immer den Gedanken vor Augen habe, nach Möglichkeit jeden – nicht nur wie andere außerehelichen – Sexualkontakt vermeiden zu müssen. Meine Fettleibigkeit ist da eine absolute Randerscheinung.“

Diese Sequenz ist ein kleiner Ausschnitt aus meiner fünfjährigen Gruppenpsychotherapie. Dabei wird mir einiges klar im Bezug auf mein jetziges Leben. Aber sich klar werden und sich ändern sind zwei Paar Schuhe. Spurlos vorübergegangen sind diese fünf Jahre jedenfalls nicht.

Karikatur „Chi é ?“ (Wer ist es ?), gezeichnet 1968 von meinem
„Kollegen“ Fra Giorgio über mich, Fra Clemente, wie ich damals hieß.

Zölibat

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114. Splitter – zwei Heimaten

Episoden aus meinem Leben

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Heute reise ich nach Tirol, meine Heimat, weil mich Internats-Kollegen aus meiner Innsbrucker Gymasialzeit zu einem Treffen eingeladen haben. Ich plane, bei dieser Gelegenheit auch meine Cousine und den Verwandten, der kürzlich seinen siebzigsten Geburtstag in Wien gefeiert hat, zu besuchen.

Er holt meine Frau und mich vom Innsbrucker Bahnhof ab und bringt uns zu der reservierten Unterkunft.

Die erste Nacht ist vorbei, ich studiere die Karte von Innsbruck und finde souverän zu meiner Cousine. Wie vereinbart treffe ich sie in ihrer neuen  altersgerechten Bleibe. Ich bin bass erstaunt, dass sie mit ihren neunzig Jahren noch so viel weiß, was aus meinem Gedächtnis bereits verschwunden ist. Sie erzählt mir von gemeinsamen Erlebnissen und – für mich neu und interessant – dass mein Stiefbruder Heini, der Adoptivsohn meines Vaters, Pepi, die Frau seines Onkels geheiratet hat. Mich als Ahnenforscher freut es sehr, dass ich diese Lücke in meinem Stammbaum füllen kann, obwohl die genealogische Plattform „My Heritage“ gar nicht imstande ist, diese Tatsache darzustellen.

 

BiechlOffensichtlich hat sie den Termin unseres Treffens so festgelegt, dass ich dabei auch eine Vertreterin ihrer Enkelgeneration und deren Sohn treffe. Ich freue mich über dieses Arrangement und darüber, dass ich endlich diesem ihrem Urenkel  begegne. Er zeigt sich zunächst unnahbar, taut aber auf, als er mein Interesse an seiner Position beim Fußballspiel bemerkt.

 

Den Rückweg schaffe ich unter Zuhilfenahme des Stadtplans problemlos. Dadurch verwöhnt lehne ich am nächsten Tag ein Taxi für die Fahrt zum Bahnhof ab. Meine Frau traut mir nicht ganz, begleitet mich, vermeidet dabei  die Hauptstraßen und führt mich durch  Nebengässchen. Schließlich gehen wir trotz ihres guten Orientierungssinns in die Irre. Beide kennen wir uns nicht mehr aus. Ich will hartnäckig nach links, weil wir dort mit dem Auto vom Bahnhof zur Pension gefahren sind, sie nach rechts. Sie hat schließlich recht. Links gibt es nämlich nur eine Autostraße, wo Fußgänger ausgeschlossen sind. Innsbruck
Endlich in Imst, dem Hauptziel meiner Reise, angekommen treffe ich mit den vier Verbliebenen  aus unserer Runde zusammen. Wir erzählen uns Schwänke von damals. Dabei tauchen viele von mir bereits vergessene Namen von Mitschülern auf, auch von solchen, die nicht zusammen mit uns im Internat der Serviten waren. Eine Anekdote bringt mich zum Schmunzeln: Ein Landpfarrer aus der Umgebung zeigte sich bei der Erstkommunion wegen des zur Unterstreichung der Feierlichkeit verzögerten Ablaufs gelangweilt und desinteressiert. Der Diakon stieß ihm deswegen ans Schienbein. Als er die Feierlichkeit der Zeremonie weiterhin missachtete, stellte sich der Diakon vor ihn und gab ihm links und rechts eine Ohrfeige, sodass der „Seelenhirte“ seine Brille verlor und in die Sakristei stolpern musste.

Obwohl wir nach Möglichkeit alle Priester werden sollten, hat keiner von uns dieses Ziel erreicht. Zwei von uns traten nicht in den Orden der Diener Mariens ein, einer blieb vier Monate, einer vier Jahre, nur ich hielt es sechs Jahre aus. Sie sind im religiösen Umfeld verblieben,
nur ich bin aus der Kirche ausgetreten.

Nach unserem interessanten und lustvollen Treffen in Imst fahre ich zurück nach Innsbruck. Dort nehme ich  zur Sicherheit mein Handy zur Hand und finde damit schnurstracks bis fünfzig Meter vor unsere Pension. Aber von einem Moment zum anderen gerate ich in Verwirrung und gehe daran vorbei. Bald kenne ich mich nicht mehr aus und kontaktiere meine Frau telefonisch. Sie versucht mir zu helfen. Das stellt  sich dann aber nur als Behinderung heraus, weil damit mein Handy als Retter in der Not ausfällt. Als ich mich endlich anders entscheide und nur mehr auf den Navigator sehe, finde ich mich allmählich im Zusammenspiel zwischen Straßennamen und Handy wieder zurecht. Eine zusätzliche Stunde vergeht bis zum Eintreffen bei ihr.

Ich bin erleichtert, dass sie mir nicht vorhält, ich hätte entgegen ihrem Vorschlag, ein Taxi für die Rückfahrt zu nehmen, den Fußweg genommen. Beim Abendessen mit unserem weitschichtig verwandten Freund haben wir den Zwischenfall bereits vergessen. Die Gespräche mit ihm bringen uns auf andere Gedanken und ich entdecke sogar Gemeinsamkeiten in unserem Leben.

Es ist aber vollkommen klar, dass wir am Abreisetag das Taxi nehmen werden. Wir verlassen Innsbruck, welches mir nach so vielen Jahren fremd geworden ist, gerne und freuen uns auf unser gemütliches Zuhause in meiner neuen Heimat Wien.

112. Episode – Formulare, Formulare …

 

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Promotopnal Support Agreement
Im 33. Jahr meiner Berufstätigkeit nähere ich mich ihrem Ende. Mittlerweile bin ich erfahren genug, den extravaganten Wünschen meiner Chefs unterschiedlichen Rankings nicht beide aber zumindest ein Ohr zu schenken, ihre Machbarkeit nicht in Frage zu stellen und mich auf die unausbleiblichen Probleme zu stürzen. Kompliziert, wie ich denke, finde ich immer vorhandene und voraussichtliche Varianten, die zu berücksichtigen sind und denen ich mich widmen muss. Hartnäckig, wie ich bin, ersinne ich oft Lösungen, über die ich selbst staune.Auf verschlungenen Wegen konzipiere ich knifflige und damit für herkömmliche Arbeitskameraden zunächst unbegreifliche Formeln und Abläufe, die meine – sonst übliche – Beliebtheit untergraben. Dabei versuche ich nur, Auswahlmöglichen aus unterschiedlichen Datenbanken zur Verfügung zu stellen. Diese Datenbanken beinhalten mehr als zweitausend Kunden aus mehr als hundert Ländern, aufgeteilt auf mehr als dreißig verschiedene Geschäftstypen wie Einzelhändler, Großhändler, Drucker, Mitglieder von internationalen Kundengruppen etc. Die wiederum multiplizieren sich mit den vielen Verpackungen, in denen wir unser Papier liefern. Die Anzahl dieser Emballagen wollen wir reduzieren, indem wir unzählige gut strukturierte Promotionen anbieten.Die Leidtragenden bei dieser Aktion sind meine achtzehn Kolleginnen und Kollegen in der Verkaufsabteilung. Ihnen muss ich zum Ausfüllen der stolz mit „PSA oder Promotional Support Agreement“ benannten von mir ausgearbeiteten Formulare Unterstützung bieten. Ich stelle eine Gebrauchsanweisung bei, die ich „Help Documentation“ nenne. Die umfasst – für den, der die Komplexität noch immer nicht begriffen hat – 14 (vierzehn Seiten).Auszüge gefällig?„Personalization is effected with your name, stored in your Excel under Tools\Options\General\User Name (Extras\Optionen\Allgemein\Benutzername).“Oder ein anderes Detail, übersetzt aus dem englischen Original:
„Preise sollen über der Marke pro Tonne (nicht pro Ries) eingegeben werden. Die dafür vorgesehenen Zellen sind in € (Euro) formatiert. Sie sollen gemäß der angebotenen Aktion reduziert sein. (z.B. für eine ‚4+1-Aktion‘ sollen sie 80% des normalen Preises beziehungsweise Null für freie Fabriksmarken in einer ‚bundling action‘ sein)! Bitte beachten, dass Preise und nicht die ‚Netto-Erlöse ab Werk‘ gemeint sind.“

Wen wundert es, dass vier Jahr später anlässlich meiner Pensionierung mit 65 in der Denkschrift zu meinen Ehren eine Passage lautet:

„ Die größte Schöpfung der letzten Jahre allerdings – und wir sprechen nicht nur innerhalb der Mondi – ist DAS PSA – Promotional Support Agreement! Nur wenigen unserer Kollegen war es vergönnt, die subtilen Facetten der Vereinbarung zu verstehen, noch es ihren Kunden näher zu bringen, weil – siehe oben – die Rechnerleistung im Jahr 2005 nicht für solch komplexe Interaktionen zur Verfügung stand und der PC schon vorher ex ging! Auch sah man Rauch aus den Ohren junger Kollegen steigen, wenn sie sich ohne Schutzausrüstung das 1. Mal einem PSA näherten.“

Stammbaum Hilfe-Anweisung
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110. Episode aus meinem Leben – Religion unter Freunden

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Der 70. Geburtstag von Fritz ist für mich der Anlass, ihm einen ganz persönlichen Splitter zu widmen respektive Brief zu schreiben:

Lieber Fritz,
so viel ich mich auch bemühe, wir sind nicht wirklich (bluts)verwandt. Meine Schwiegertante ist Deine Tante und mein Onkel ist Dein Schwiegeronkel. Allerdings lässt sich unsere Beziehung zueinander auch anders beschreiben: Wir sind seelenverwandt. Beide sind wir aus Innsbruck und auch bei unseren Hobbies gibt es Übereinstimmungen. Wie Du bin ich an der Ahnenforschung und an Lebensgeschichten interessiert.

Stammbaum_Egon

 

Für die Episoden aus meinem Leben schenkst Du mir sogar Titel-Vorschläge. Leider schreibst Du nichts über Dein Leben, das – soweit ich das derzeit beurteilen kann – nicht weniger ereignisreich war als meines.

Bei unseren Telefongesprächen plaudern wir über das, was uns derzeit beschäftigt und das, was sich in unserer Vergangenheit ereignet hat. Unter anderem kommen wir auf unser Verhältnis zur katholischen Kirche zu sprechen. Du weißt von den Geschichten aus meinem Leben, dass ich im Kloster war und Priester werden wollte. Was ich vorher nicht wusste ist, dass auch Du einen näheren Bezug zur katholischen Kirche hattest. Bei Dir allerdings konnte man nur von einer ernst genommenen Ausübung der Pflichten als Mitglied der Kirchengemeinde und nicht – wie bei mir – von dem endgültigen Entschluss, die klerikale Laufbahn einzuschlagen, reden. Wie Deine Eltern, Deine Großeltern und wohl auch Deine anderen Vorfahren warst Du – damals mehr noch als heute – praktizierender Katholik.

Aus Deinen Erzählungen weiß ich nun, dass der örtliche Pfarrer keine Ahnung von finanziellen und organisatorischen Belangen hatte. Er kümmerte sich nur um das Seelenheil seiner Schäflein. Du stelltest also Deine besonderen Talente in den Dienst der Pfarre und brachtest deren wirtschaftliche Angelegenheiten wieder in Ordnung. Darüber hinaus durchleuchtetest Du auch die organisatorischen Abläufe bei den jährlichen Hochfesten wie Weihnachten, Ostern, Fronleichnam und ähnlichen. Bis zu Deinem Eingreifen mussten die freiwilligen Kirchen-Helfer die Symbole des jeweiligen Festes auf Leitern zirka sechs Meter über den Altarraum hochhieven. Dabei riskierten sie ständig, hinunterzustürzen und folgenschwere Verletzungen davonzutragen. Diesbezüglich reduziertest Du das ungeheuere Gefahrenpotential auf ein Minimum, indem Du die erforderlichen Bestandteile woanders anbringen und zwischendurch an fixen Plätzen verstauen ließ. Du ordnetest also nicht nur die finanziellen Aufgaben, die in der Pfarre anstanden, sondern auch die sicherheitstechnischen Angelegenheiten. Das verlangt mir große Bewunderung ab.

Mein Bezug zur katholischen Kirche war nicht durch die Tradition meiner Vorfahren begründet, sondern viel eher dadurch, dass unser Herr Pfarrer meiner Mutter die Sorge um mich abnahm, als sie ins Krankenhaus musste. Logischerweise entstand dadurch ein gewisses Naheverhältnis.

Die religiöse Vorgeschichte meiner Eltern jedoch war etwas durchwachsen. Mein Vater wurde in Jenbach im Tiroler Unterinntal katholisch getauft, trat jedoch im Jahr 1936 zur evangelischen Glaubensgemeinschaft, Augsburger Bekenntnis über. Vor meinen genealogischen Nachforschungen war mir das unbekannt gewesen. Bezeichnend für sein Leben war es allemal. Danach war es für mich keine Neuigkeit, die mich aufgeregt hätte.

Bei meiner Mutter hingegen verlief die religiöse Laufbahn umgekehrt. Über sie wusste ich, dass sie bei ihrer Geburt evangelisch gewesen und erst später zum katholischen Glauben übergetreten war. Aus den Briefen ihres strenggläubigen väterlichen Freundes, die ich immer noch besitze, erfuhr ich Näheres. Er hatte sie zu diesem Schritt veranlasst und war bei der Taufzeremonie ihr Pate gewesen Das musste im Jahr 1932 passiert sein, ähnlich wie der Bekenntnis-Wechsel bei meinem Vater. Auf diese Weise ergaben sich für die verschiedenen christlichen Religionen nur kurzfristige Mengenverschiebungen.

Was uns beide besonders verbindet? Es ist ein gewisses Konkurrenzdenken. Von unseren beiden Töchtern ist eine hübscher als die andere, eine gescheiter als die andere und eine lebenstüchtiger als die andere.

Wozu ich Dich bewegen möchte? Ich wünsche mir, dass Du mir die Möglichkeit gibst, Deine Lebenserinnerungen zu lesen und mit Dir zu besprechen, wie wir es jetzt bei meinen machen.

Für das kommende Jahrzehnt, beginnend ab heute, wünsche ich Dir, dass Du Dein Leben in vollen Zügen genießt.

Dein Freund Egon“