108. Episode aus meinem Leben – Silberhochzeit

Episoden aus meinem Leben

108. Splitter – Ich bitte um einen aussagekräftigen Titel

 

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Silberne Hochzeit
Es gibt einen Anlass. Es ist unser Silbernes Hochzeitsjubiläum. Aus dem atemberaubenden Kennenlernen vor genau 29 Jahren und dem nervenaufreibenden Sich-Einander-Gewöhnen wollen wir die 25. Wiederkehr  des Beschlusses „für immer zusammen zu bleiben“ feiern.Uns steht die Möglichkeit offen, das zu zweit in einem erstklassigen Restaurant bei exquisiten wohlschmeckenden Speisen zu tun. Wer aber uns, vor allem meine Frau kennt, weiß, dass das keine Alternative zu einer großen Familienfeier ist. Bereits ein Jahr vorher laden wir alle unsere Familien-Mitglieder ein. Die Geschwister mit Partnern, die Kinder, Schwiegerkinder, Enkel und Schwiegerenkel, Nichten und Neffen …Wir feiern jetzt, weil wir unsere Anverwandten in fröhlicher Stimmung um uns versammeln möchten. Bei unserem Begräbnis, wo üblicherweise die Familienmitglieder zusammentreffen, könnten wir ja nicht mehr dabei sein.

Meine Gattin Ina ist die perfekte Organisatorin. Sie denkt an jede Kleinigkeit, die zum Zelebrieren solch eines Festes nicht nur notwendig, sondern vielmehr möglich ist.  Sie hat sich etwas ganz Besonderes ausgedacht. Da sich viele unserer Hochzeits-Gäste nur ganz selten treffen oder sich überhaupt – noch – nicht kennen, lässt sie unsere künstlerisch meisterhafte Tochter einen Stammbaum auf großes Pinnpapier malen. Die dazugehörigen Fotos klebt sie an passender Stelle mit den entsprechenden Namen und Geburtsdaten auf. Um die manchmal fehlenden Fakten fragt sie gerne mich, den Ahnenforscher.

Die Vorbereitung an Ort und Stelle kann erst – entgegen der Zusage für den Abend vorher – am Morgen des Ehrentags beginnen und macht uns – bei der Hitze, die heute herrscht –  großen Stress. Auf jedem Tisch des Speisesaals werden jeweils zwei miteinander verbundene Herzen in Silber platziert und mit einer Rose geschmückt. Auf die Sessellehnen sind Silber-Schlaufen gebunden. Bei einer Attraktion haben wir – trotz Hilfe unseres Freundes – große Schwierigkeiten. Die mehr als 250 – meist beschrifteten – Sektkorken lassen sich nicht, wie geplant, an den Wänden des Lokals aufhängen,  sondern müssen auf eine Tischplatte gehäuft werden. Daneben liegt die fünf Meter dreißig lange (!) witzige Collage, zu der uns die 80-jährige Autorin vor 25 Jahren erklärte, dass das „Egon“ des Bräutigams ungleich mehr Einfallsreichtum erforderte als das „Ina“ der Braut („ina“ kommt in vielen Worten vor und kann daher leicht aus Zeitungsartikeln ausgeschnitten werden).

Nach eiliger Stippvisite zuhause – wir müssen uns ja festlich kleiden und noch die fünf Torten transportieren – werden wir schon von den ersten unserer Gäste empfangen. Die meisten machen gleich vor dem Stammbaum halt, studieren und besprechen diesen aufmerksam. Meine bei der grünen Hochzeit in Rot gekleidete Frau, ist jetzt ganz in Weiß und natürlich mit Hut. Sie erklärt kurz den von ihr geplanten Ablauf und lädt dann zum Essen ein. Ich nütze die Gelegenheit, anschließend einige Episoden aus unserer gemeinsamen Geschichte zu schildern. Nicht nur im Rahmen meiner „Splitter“ erzähle ich von meinem/unserem Leben, sondern auch hier und jetzt mündlich, als ich mit ausladenden Gesten auf die gelungene Zeit unseres Zusammenseins zu reden komme. Der Anregung an die Anwesenden, einander kennen zu lernen oder auch das Wiedersehen nach längerer Zeit auszukosten, kommen alle gerne nach. Interessiert plaudern sie miteinander. Wir genießen dieses Familientreffen aus vollem Herzen.

Da bei einem solchen Fest auch Musik nicht fehlen darf, nützen wir und zwei weitere Paare die Gelegenheit zum Tanzen.

 

Stammbaum Tanzpaar

 

Mein lieber Freund Emanuel ist unserer Bitte nachgekommen und fotografiert die Gäste einzeln und  in Gruppen.

Nach Abschluss der großartigen Feier gilt es, wieder in den Alltag einzutauchen: meine Ina, fast so verschwitzt wie ich und meine Wenigkeit mit schmerzenden Blasen an den Fersen. Man trägt eben keine gerade eben gekauften Schuhe bei solchen Anlässen. Nun steht uns der Transport der übrig gebliebenen Torten samt mehrteiligem Tortengestell, der Sektkorken, des Tischschmucks und vor allem des Flipcharts bevor. Das kann gar nicht auf einmal gehen! Wir sehen uns schon  mehrmals schleppend zwischen Gasthaus und Wohnung hin und her trotten.

Nichts da! Die Kinder und Schwiegerkinder von Ina’s Bruder  helfen uns spontan, alles auf einmal zu bewältigen, ohne dass wir dabei Gefahr laufen, niederzubrechen.

Wir fühlen uns aufgehoben inmitten der liebevollen Familie. Für uns ist dieses Fest in jeder Hinsicht gelungen.

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