Episoden aus meinem Leben – Pensionierung

134 Splitter – Ich bitte um einen aussagekräftigen Titel

 

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Zur Verabschiedung in die Pension erhalte ich von meinen Kolleginnen und Kollegen ein gebundenes Buch mit so vielen positiven Rückmeldungen über und an mich, dass ich jedes Mal gerührt bin, wenn ich es zur Hand nehme. Seit ich meine Splitter schreibe, blättere ich noch öfter darin. Aber je genauer ich lese und je mehr ich von den unvermeidlichen Komplimenten abstrahiere, desto öfter und besser erinnere ich mich an das Wesentliche bei der Beziehung zu den Einzelnen, mit denen ich im Laufe der 31 Jahre zusammengearbeitet habe. Das ist es, was mir verstohlene Tränen in die Augen treibt. Die tatsächlichen Ereignisse, von denen hin und wieder die Rede ist, heben manchmal mein Selbstbewusstsein, aber manchmal treiben sie mir auch die Schamröte ins Gesicht. Wie bin ich doch froh, dass mir niemand dabei zuschaut. Pensionierung

Da schreibt ein Kollege zum Beispiel: „Bei unserer Arbeit sind wir in mehreren Punkten eng verbunden gewesen. Eines der Themen war die ‚berüchtigte‘ Ladenhüterliste für Verpackungen. Mit deinem Ansatz, ‚freie‘ Verpackungen zu schaffen, wolltest Du den Diskussionen darüber entgehen – eine grandiose Idee, die wirklich viel gebracht hat.“ Ich freue mich über diese Anerkennung. Es war nämlich so, dass viele meiner Kunden keine großen Mengen bestellen konnten. Also kam es öfters vor, dass sie die Mindestmenge für eine eigene Verpackung, personifiziert mit ihrem Firmen- Logo, nicht erreichten. Daher mussten diese Ladenhüter schließlich vernichtet werden; verschwendetes Geld! Weil diese Kunden aber keine Verpackung mit Hersteller-Marken, sogenannte „Millbrands“ kaufen wollten, habe ich eine Reihe von „freien“ Emballagen bereitstellen lassen. Damit kann eine solche Verpackung exklusiv für einen Kunden in seinem eigenen Land verwendet werden. Wenn das auch nicht ideal war, aber für die Kunden hat es gepasst und für unsere Firma auch.Wenige Zeilen weiter in der Laudatio desselben Kollegen steht: „Legendär ist das ‚Pissoir-Abkommen‘. Unser Vorstandsdirektor und du seid euch einig geworden, 8.000 Tonnen Papier in 55 Gramm zu verkaufen. Die Neusiedler hatte ohnehin zu viel Papier auf Lager und Leykam Lieferprobleme. Oje, da habt ihr uns ganz schön reingeritten.“ Dazu muss man wissen: wir produzierten ungern und wenig Papier in einer Stärke von 60 Gramm. Je geringer die Grammatur, desto empfindlicher die Papierbahn. Das dünnere Papier verursacht mehr Abrisse in der Papiermaschine. Das Papier muss verkollert, vernichtet werden, was Zeit und Geld kostet. Diese Abrisse bringen auch viel unnötige und unangenehme Arbeit für die Schichtarbeiter mit sich. Bei 55-grammigem Papier potenzieren sich diese Effekte. Wer konnte mich, den Betriebsrat, da noch liebhaben außer der Vorstandsdirektor?Wir wissen: es ist nicht alles Gold, was glänzt. In diesen Erinnerungen gibt es noch viele Elemente, die nur einer der beiden Kategorien zuzuordnen sind. Ein Satz wie „Du warst immer hilfsbereit und dennoch hartnäckig, um in der Sache weiterzukommen.“ bringt die Momente wieder, in denen ich gerührt bin und verstohlen …

Ansichten & Einsichten – mich kennen lernen

Ansichten & Einsichten 63 4. Mrz.. 2019 Weitere Beiträge

 

In den kurzen Beiträgen
geht es um praktische
Beispiele aus dem Alltag

einer Beraterin und Trainerin über erlebte Missverständnisse und schwierige Situationen. Hier gebe ich konkrete Anregungen für Verhaltensmöglichkeiten, wie mit Respekt, Wertschätzung, Humor und (angeleitetem) Erfahrungsaustausch einfühlsame Kommunikation und konstruktive Intervention möglich sind.

Über Ergänzungen und diskussionsfreudigen Austausch freue ich mich jetzt schon!

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Wie sag ich’s?
Für ein konstruktives Miteinander

Wie_sag-ich_es

Foto. Alexandra Grill

 

Worum geht’s?
Ich möchte etwas verändern, weiß aber nicht was und wie.
In einem ausführlichen Gespräch finden wir heraus, dass die Kundin ihre eigenen Lebenserfahrungen – noch – nicht reflektiert hat. Wir suchen nun gemeinsam nach Klarheit unter dem Motto: mich kennen lernen. Mit Informationen über die Entwicklung eines Menschen und mit Fragen an die Kundin versuche ich, sie zu unterstützen.
Die Persönlichkeit entwickelt sich schon ab der Kindheit. Welche Begabungen habe ich und welche Chancen stehen mir zum Zeitpunkt der Geburt zur Verfügung? Wie erlebe ich Sicherheit in der Kindheitsumgebung? Wie nehme ich mich über Rückmeldungen meiner Umgebung wahr. Gibt es neben Geborgenheit auch soziale Anerkennung? Kann ich viele unterschiedliche Erfahrungen machen? Werde ich ermutigt? Gibt es Zutrauen in die Realisierbarkeit meiner Fähigkeiten? Wie erlebe ich meine Eltern und andere Personen als Vorbilder für meine Haltung und meine Lebensgestaltung? Das alles und noch vieles mehr macht mein Wesen aus. So erkenne ich die Schwächen, Stärken und Besonderheiten meiner Persönlichkeit.

 

Für mich war bewegend, dass dieses Coaching große Zufriedenheit bei der Kundin auslöste:„Jetzt kenne ich mich und mag mich so wie ich bin. Ich brauche nichts zu verändern.“

Für Interessierte ein Buchtipp zum Thema: „Das passende Leben“ von Remo H. Largo – was unsere Individualität ausmacht und wie wir sie leben können.

Remo H. Largo

Ansichten & Einsichten – Zeitvorgabe

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  Wie sag ich’s?
Für ein konstruktives Miteinander

Coachperson
Foto: Alexandra Grill

 

Ansichten & Einsichten 62

 

„Wie viel Zeit haben wir?“
Das ist oft die Frage an mich, wenn ich eine Übung in kleinen Gruppen anrege. Manche Teilnehmende sind dann irritiert, wenn ich meine: „Soviel Zeit sie benötigen“. Üblicherweise gibt es in Seminaren eine klare
Zeitvorgabe für Diskussionsrunden. Für mich ist angeleiteter Erfahrungsaustausch während eines Kommunikationstrainings eine wichtige Ergänzung, um unterschiedliche Erfahrungen und Blickwinkel sichtbar und spürbar zu machen. Für eine entspannte Arbeitssituation scheint mir eine Zeitvorgabe hinderlich. Warum? Am Beginn einer Kleingruppenarbeit müssen sich die Teilnehmenden erst einstimmen und zwar nicht nur auf das Thema, sondern auch auf die Personen. Das bedeutet, dass es einige Zeit braucht, eine gemeinsame Vorgangsweise zu finden. Meine Aufgabe ist es, dabei unterstützend zu sein. Ich löse den Zeitdruck dadurch, indem ich die Gruppen beobachte und notfalls Anregungen biete, wie vorgegangen werden kann. Wenn der Zeitrahmen, den ich für diese Übung vorgesehen habe, fast erreicht ist, frage ich in den Gruppen nach: „Wie viel Zeit brauchen Sie noch?“ Somit entsteht kein Stress, zu einem bestimmten Zeitpunkt ein Ergebnis zu erreichen. Gleichzeitig kann ich die von mir für diese Übung geplante Zeitspanne einhalten, ohne die Teilnehmenden dafür verantwortlich zu machen. Für mich hat sich herausgestellt, dass diese Art des Zeitmanagements allen Beteiligten zusagt.

Episoden aus meinem Leben – Scharia

Episoden aus meinem Leben

132 Splitter – Ich bitte um einen aussagekräftigen Titel

 

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Scharia ist für uns nur ein exotisches Wort, welches ein wesensverschiedenes Rechtssystem betrifft. Jetzt lerne ich, was es tatsächlich bedeutet.

Ein junger sympathischer Mann stellt sich in unserer Firma vor. Sein Vorname ist Christian und deutet auf eine deutsche, womöglich katholische Mutter hin. Der Nachname hingegen verrät seine väterliche Herkunft. Alles das ist kein Thema beim Einstellungsgespräch als Vertreter für die Länder des Mittleren Ostens. Aufgrund seiner einschlägigen Qualitäten befürworte auch ich, ihn zu engagieren. Er ist dafür vorgesehen, mich als späterer Gebietsvertreter auf meinen Reisen in diese Länder zu begleiten.

Unsere Zusammenarbeit funktioniert ausgezeichnet. Wenn schon nicht unsere Kunden, so kennt er doch die Gegebenheiten in den arabischen Ländern bei weitem besser als ich. Bei unseren Abnehmern führe ich in ein. Ich erkläre ihm dazu die Vielfalt unserer Produkte. Er muss auch über die jeweiligen Preise Bescheid wissen. Die errechnen sich ja nicht nur aus den Herstellungskosten, sondern auch aus den vielen Varianten von Versandspesen, Zollabgaben und unterschiedlichen Zahlungskonditionen. Christian ist sehr lernfähig und begleitet mich oft auf meinen Reisen.

Unsere Zusammenarbeit entwickelt sich außerordentlich gut. Unsere berufliche Beziehung wird zur persönlichen Freundschaft. Wir treffen uns zusammen mit unseren Frauen, sodass ich mit ihm ein intensiveres Naheverhältnis als zu den meisten meiner Arbeitskollegen habe. Als meine Frau und ich zusammen mit meiner hochgeschätzten Schwiegermutter nach Zypern reisen, werden wir dort zu einem typisch arabischen Essen eingeladen, das meiner Frau zu exotisch ist, meiner Schwiegermutter und mir jedoch ausgezeichnet schmeckt.

Klar, dass Christian und seine Gattin bei den sechzig Gästen dabei sind, die wir zu meinem sechzigsten Geburtstag einladen. Bei dieser Gelegenheit bekomme ich viele Geschenke. Eines davon sticht besonders hervor: ein Kaftan für Scheichs. Er ist von Christian und seiner Ehefrau. Ich freue mich besonders und probiere ihn sofort aus.

Moussa_Monika Moussa_Christian
Scheich_Egon

Im Jahr 2000 übersiedeln die beiden von Zypern nach Dubai. Sechs Jahre später reist Monika zu einem Arzt in Wien. Aus diesem Anlass ruft Christian meine Frau an, Monika wäre krank und sie solle sich um sie kümmern. Das entspricht dem, was er auch Monika mitteilt. Warum er wirklich diese Maßnahme ergreift, stellt sich erst heraus, als er seiner Gattin am Telefon zu verstehen gibt, er ziehe mit einer anderen Partnerin in das neue Haus, das Monika gerade eben eingerichtet hatte, ein. Es hätte für sie keinen Zweck mehr, in die Vereinigten Arabischen Emirate zurückzukehren, weil für sie dort kein Platz mehr wäre. Er lässt sie auch wissen, dass er nicht gedenke, irgendwelche Unterhaltszahlungen zu leisten. Auf die Einlieferung in ein Krankenhaus angewiesen, muss sie zur Kenntnis nehmen, dass sie sich das nicht leisten kann, weil sie nämlich aufgrund der fehlenden Anmeldung in der Firma ihres Gatten in Österreich nicht krankenversichert ist.

Daraufhin klagt sie ihn hier in Österreich auf Scheidung. Obwohl er dazu nicht erscheint, wird er schuldig geschieden. Christian braucht sich darum nicht zu kümmern, befindet er sich doch in einem arabischen, fast ausschließlich islamischen Land. Dort gelten die Gesetze der Scharia und nicht die irgend eines anderen Staates.

 

Scheich_EgonMonika ist schockiert und verzweifelt. Trotz einer Unterstützung, die wir im Rahmen unserer Möglichkeiten anbieten, hat sie die Hoffnung, Christian wenigstens so weit umzustimmen, dass er sie in einer anderen seiner Immobilien wohnen lässt. Meine Frau rät ihr davon ab. Besitz wäre nicht alles. Sie solle doch alles hinter sich lassen und in Österreich bleiben. Monika entscheidet sich anders und fährt zurück nach Dubai. Die 20 Jahre, die sie mit Christian gelebt und als seine Frau die Firma mit aufgebaut hatte, sollen nicht umsonst gewesen sein und so enden.

Zurück in Dubai hat sie tatsächlich keine Unterkunft. Christian hat alle Schlösser ausgetauscht, die Kreditkarten gesperrt und ihr den Zugang zu den gemeinsamen Konten verweigert. Auch die Herausgabe ihrer persönlichen Sachen und Kleidung ist nicht durchzusetzen. Jetzt spürt sie dramatisch, wie frauenfeindlich arabische Gesetze sind. Der Ehemann muss nur dreimal vor dem Richter sagen „Du bist geschieden!“, dann ist die Ehe aufgelöst.

Christian bezahlt nichts und ist – gedeckt durch die Scharia, die ihm unzählige Einsprüche einräumt – zu keinerlei Entgegenkommen bereit. Monika wohnt bei einer Bekannten, auf die sie auch finanziell angewiesen ist. Ausreisen kann sie nicht mehr, weil ihr der Pass von Amts wegen entzogen worden war. Wegen mangelnden Geldes kann sie nicht einmal auf eine der Immobilien im Besitz von Christian klagen. Als Frau wäre sie, trotz gegenseitiger Beteuerung von Rechtsanwälten, ohnehin im Hintertreffen. Bald danach stirbt sie, ohne wieder in ihre Heimat zurückgekehrt zu sein.

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Ansichten & Einsichten – Teamwork

Ansichten & Einsichten 61 18. Feb. 2019 Weitere Beiträge

 

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Beispiele aus dem Alltag

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Wie sag ich’s?
Für ein konstruktives Miteinander

Wie_sag-ich_es

Foto. Alexandra Grill

 

Worum geht’s?
„Ich fühle mich im Team nicht wohl.“
Was genau meinen Sie damit?
„Ich habe erfahren, dass hinter meinem Rücken über mich gesprochen wird, ich sei arrogant. Ich vermute es geht da auch um Konkurrenz.“
Wir besprechen nun ausführlich konkrete Erfahrungen und Befindlichkeiten der Kundin in unterschiedlichen Situationen mit ihren Kolleginnen und Kollegen. Arroganz wird offensichtlich durch Distanziertheit erlebt. Die Kundin spricht im Team im Gegensatz zu den anderen nicht über private Dinge. Das kann als Überheblichkeit erlebt werden. Für sie ist es ein Schutz vor Verletzungen. Sie will sich grundsätzlich solche Anschuldigungen ersparen. Bei einer Kollegin, die ihr alles nachmacht (sie spricht schon so wie ich) könnte es sich um Bewunderung und nicht um Abwertung oder Konkurrenz handeln. Wir versuchen nun herauszufinden, wie ihr Selbstwertgefühl gestärkt werden könnte. Beim Abschluss dieses Coachings beantwortet die Kundin meine Frage: „Was nehmen Sie sich mit?“ wie folgt:

Rollenklarheit in der jeweiligen Position
Mich einlassen auf Situationen und gleichzeitig bei mir bleiben
Mehr auf mein Bauchgefühl achten
Konkrete Fragen stellen
Wertschätzung für mich und andere bewahren
Amüsant ist für mich ihre Antwort zum Schluss: „Moderationstechnik“. Sie meint damit, dass ich wichtige Aussagen der Kundin auf Flipchart mitschreibe, um gesprochene Worte für uns beide gleichermaßen sichtbar zu machen.

Episoden aus meinem Leben – Eloquenz

31 Splitter – Ich bitte um einen aussagekräftigen Titel

 

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Ein markdurchdringender Schrei alarmiert uns.

Aus der Rückschau schaut das so aus: unsere beiden Enkelkinder vergnügen sich bei einer idyllischen Wanderung in einem kleinen Tal in der Nähe des Tiroler Ortes Kirchberg auf ihre Art. Hier sind wir deshalb, weil Tirol meine Heimat ist. In Innsbruck bin ich geboren, an sechs verschiedenen Tiroler Orten habe ich gelebt. Jetzt also bin ich mit meiner Frau und den zwei Ältesten unserer Enkelkinder, hier in Urlaub. Nie zuvor war ich in Kirchberg gewesen. Es ist für mich also fast so neu und ungewohnt wie für meine Liebsten aus Wien.

Für Großstadtkinder im Alter von zwölf Jahren ist das natürlich ein Eldorado. Sie laufen im Wald herum. Sie wollen wissen, wer der Schnellere, Kräftigere, Bessere ist. Sie lieben das und brauchen keinerlei Betreuung von unserer Seite. Auch wir fänden das als Einschränkung ihres jugendlichen Tatendrangs. Gerade deswegen sind wir mit ihnen hierher in Urlaub gefahren. Natürlich machen wir auch kleine Ausflüge und zeigen ihnen, wie schön hier die Wiesen, Wälder, Täler und Berge sind. Trotzdem finden sie immer wieder neue Gelegenheiten, sich auszutoben.

Philipp Bachsteine

Dabei kommen – und das ist jetzt der Punkt – die beiden auf die Idee, sich am verlockenden Nass in dem Bächlein, das nahe unserer Wanderrast fließt, zu amüsieren. Das Wasser steht etwa knietief und verlockt dazu, darin herum zu waten. Beide stellen sich auf vom Wasser umspülte Felsvorsprünge und werfen mit kleinen abgeschliffenen Bachsteinen um sich. Gregor wirft seinem Cousin Philipp einen davon zu, der diesen fangen will. Das gelingt ihm nicht und der Stein landet unerwartet direkt auf dem ungeschützten Zeigefinger. Durch die Wucht des Aufschlags wird dieser regelrecht zerquetscht.

Gregor ist zutiefst erschrocken über das, was er mit seinem Wurf verursacht hat, genau so wie wir, die verantwortlichen Erwachsenen. Wir verbinden den Zeigefinger mit einer sauberen Mullbinde und fahren sofort in die naheliegende Klinik.

Eine junge Ärztin kümmert sich um Philipp. Sie fragt ihn, was passiert wäre. Das beantwortet er sofort. Auch das Wie kann er schildern. Als sie ihn nicht sofort begreift, fragt er: „Wie würden Sie das sagen?“ Sie ist verblüfft und antwortet: „ich bin nicht so eloquent!“ Da die Verletzung sehr kompliziert ist, ruft sie den Oberarzt. Philipps Zeigefinger wird versorgt und geschient. Er muss in der Klinik bleiben und seine Großmutter bleibt bei ihm.

Mir bleibt die Aufgabe, mit Gregor allein in die Frühstückspension zurückzukehren und mich um ihn zu kümmern. Das ist an und für sich etwas ganz Selbstverständliches. Wer sich aber zu 100 Prozent auf die Qualitäten seiner Frau in der Kinderbetreuung verlässt, muss sich erst an den Gedanken der Alleinverantwortlichkeit gewöhnen. Ich kaufe uns etwas zum Abendessen, das nicht nur mir, sondern auch ihm schmeckt. Tags darauf besuchen wir Philipp und meine Frau im Krankenhaus. Die Großmutter übernimmt hier das Organisatorische und instruiert mich, was wir beide abends essen, trinken und tun können und sollen.

Als Philipp entlassen wird, ist die Stimmung schon viel gelassener. Auch auf mich trifft das zu, brauche ich mich doch nicht mehr um Mittag- und Abendessen kümmern. Jetzt kann ich mich wieder zu hundert Prozent auf die Qualitäten meiner Frau verlassen, im Moment speziell auf ihre Kochkunst, vor allem aber auf ihr großartiges Organisationstalent.

Philipps Verletzung ist – leider – nicht harmlos. Die Heilung dauert lange. Ihm bleibt ein Zeigefinger, der nur mehr mit Einschränkungen verwendbar ist, obwohl man seine Behinderung auf den ersten Blick nicht erkennt. Auf Nachfragen erklären wir ihm, was das Wort ‚eloquent‘ bedeutet. Seitdem brüstet er sich damit gerne und bei jeder sich bietenden Gelegenheit.

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Unterschiedliche Meinungen

Ansichten & Einsichten 60 11. Feb. 2019 Weitere Beiträge

Wie sag ich’s? Für ein konstruktives Miteinander
In den kurzen Beiträgen geht es um praktische
Beispiele aus dem Alltag einer Beraterin und Trainerin über erlebte
Missverständnisse und schwierige Situationen. Hier gebe ich konkree
Anregungen für Verhaltensmöglichkeiten, wie mit Respekt,
Wertschätzung, Humor und (angeleitetem) Erfahrungsaustausch
einfühlsame Kommunikation und konstruktive Intervention möglich
sind.

Über Ergänzungen und diskussionsfreudigen Austausch
freue ich mich jetzt schon!

Beiträge, die nicht veröffentlicht werden sollen,
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Während eines Gesprächsführungstrainings meint eine Teilnehmende: „Ich will nicht zuviel sagen“. Beim konkreten Nachfragen stellt sich
heraus, dass einige in der Gruppe die Sorge haben, während einer
Diskussion etwas Falsches zu sagen. Wir versuchen nun gemeinsam
herauszufinden, was „falsch“ sein könnte: Wenn ich etwas anderes sage, als erwartet wird; wenn sich jemand beleidigt fühlt; wenn
unterschiedliche Wahrnehmungen oder Blickwinkel sichtbar und als
Unwahrheit zurückgewiesen werden; wenn der Beitrag nicht zum Ziel
führt; wenn Vorurteile gegenüber einer Person vorhanden sind. In der
Diskussion stellt sich heraus, dass es sich um ablehnende Reaktionen in
früher erlebten Situationen handelt. Wir üben nun in dieser
– geschützten – Gruppe, selbstsicher die eigene Meinung zu sagen. Die
Erkenntnis für die Teilnehmenden dabei ist: sich zuerst eine Meinung
bilden und dann erst aussprechen. Sobald ich mir entsprechendes
Wissen zu einem Thema erarbeitet habe, kann ich dies auch begründen. So lange ich mir noch keinen eigenen Standpunkt zurechtgelegt habe, ist es hilfreich, Fragen zu stellen, um entsprechende Informationen zu
erhalten. Bei Gesprächen und in der Diskussion ist es interessant, ganz
unterschiedliche Meinungen zu hören. Jede Person hat einen Grund
für ihre persönliche Überzeugung. Das sollte respektiert werden. Die
Gruppe bespricht anschließend ganz unaufgeregt die mannigfaltigen
Sichtweisen.

Zusatz:
Schnupper-Workshop zur gleichwürdigen Kommunikation
(14. Februar 2019, 16:30 – 19:00 Uhr)
Ina Biechl

Episoden aus meinem Leben – Learning by doing

30 Splitter – Ich bitte um einen aussagekräftigen Titel
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Bei meinem ersten Einsatz auf einem Messestand – es ist im Jahr 1973 in Blackpool –  bin ich, der Studienabbrecher, versiert in theologischen Begriffen, ein absoluter Neuling, was den Aufbau einer Messe-Koje, die Vorbereitung der Unterlagen für die zu erwartenden Kunden und die Argumente betrifft, die die Besucher unseres Messestandes animieren könnten, gerade unsere Produkte zu kaufen.Ich muss noch viel lernen.

Nach drei Jahren bin ich als Exportleiter dieser Glaswaren-Firma auf der Messe in Frankfurt. Immer noch sehe ich beim Aufbau des Ausstellungsraums zu, als ob ich noch nie einen Hammer in der Hand gehabt hätte. Mittlerweile weiß ich aber zumindest, dass man triftige Verkaufs-Argumente haben muss. Doch bei den Unterlagen zu unseren Stammkunden verlasse ich mich entspannt auf die Kollegin aus meiner Abteilung. Sie hat auftragsgemäß alles Erforderliche mit und sieht es als ihre Haupt-Aufgabe, die Außenstände einzufordern. Ich will in erster Linie verkaufen und dann erst auf buchhalterische Belange zu sprechen kommen. Meine Autorität, um dieses mein Modell durchzusetzen, reicht leider nicht.

Etliche Jahre später gehöre ich in der Exportabteilung einer Papierfabrik zur etwa zwanzig-köpfigen Messemannschaft. Ich brauche nicht mehr den Überblick über die gesamte Klientel einer Firma zu haben, sondern kann mich auf die Käufer in meinem Zuständigkeitsbereich konzentrieren. Das trifft für mich sowohl auf der cebit („Centrum für Büroautomation, Informationstechnologie und Telekommunikation“) in Hannover als auch auf der Paperworld in Frankfurt zu.

Maßgeblicher Mitarbeiter bin ich erst wieder, als ich auf der  SMAU („Salone Internazionale Macchine Arredamento Ufficio)“ in Mailand der einzige Repräsentant aus Wien bin. Unser dortiger Gebietsvertreter kennt die italienischen Kunden persönlich, mich stellt er als Fachmann von der Zentrale vor. Ich beginne, diese Exklusivität zu genießen. Als sich mein Verantwortungsbereich auf Griechenland und die Türkei erweitert, bin ich auf einer Messe in Istanbul bereits derjenige, der für fast alles verantwortlich ist. Daher bestelle ich, beraten von unserem Vertreter, den dort üblichen Blumenschmuck mit einer Schleife, versehen mit unserem Firmennamen. Nicht nur, dass mich diese Dekoration an einen Almauftrieb erinnert, der Wortlaut auf der Schleife hat auch nichts mit unserem Firmennamen zu tun. Das ärgert mich sehr und lässt mich erkennen, dass ich doch noch nicht dazu fähig bin, die Allein-Verantwortung auszufüllen.   Besser gelingt es mir schon, als ich auf der drupa („Druck und Papier“) in Köln zuständig bin. Hier ist es auch meine Aufgabe alle anwesenden europäischen Gebiets-Vertreter ins Restaurant einzuladen, weil ich der „Chef aus Wien“ bin.

So etwas lernt man eben.

Kolleginnen Messe_Ausklang

Sobald meine Zuständigkeit auf den Mittleren Osten ausgeweitet wird, lerne ich nicht nur die sehr unterschiedlichen Lieferbedingungen dorthin, sondern auch die mannigfaltigen Anforderungen aus diesen Ländern kennen. Das Wichtigste jedoch ist die Tatsache, unsere Abnehmer (die männliche Form genügt) gut kennen zu lernen. Sie werden zu meinen Stammkunden. Sie besuchen unsere Papierfabrik. Ich treffe sie oft auf der cebit oder einer anderen Messe. Vor allem jedoch besuche ich sie, ganz auf mich allein gestellt, in ihren eigenen Betriebsansiedlungen.

GITEX
Das kommt mir auch 1998 bei der Teilnahme unserer Firma an der GITEX („Gulf Information Technology Exhibition“) in Dubai zugute. Hier bin ich derjenige, der sowohl unsere Produkte als auch unsere Kunden am besten kennt. Ich fühle mich in jeder Hinsicht kompetent, als Produkt-Insider, Logistik-Spezialist und auch als Kundenbetreuer. Sogar beim Aufbau des Messestandes kann ich jetzt einen Beitrag leisten, bin ich doch mittlerweile zum Heimwerker geworden.Auch auf der Messe in Kiev, wo ich keinen einzigen Kunden kenne, weil ich für den Verkauf in die Ukraine nicht zuständig bin, werde ich wegen meiner fachlichen Kompetenz geschätzt.

Ich habe viel gelernt.

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129. Episode aus meinem Leben – Schreibwerkstatt

Episoden aus meinem Leben

129 Splitter – Ich bitte um einen aussagekräftigen Titel

 

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Schreibwerkstatt

 

Der Moment ist gekommen. Das angepeilte Ziel verbirgt sich vorerst noch hinter meinem Hobby der Ahnenforschung. Jetzt aber sammle ich Mut für mein elementares Vorhaben. So lasse ich mich gerne von meiner Frau dazu inspirieren, zusammen mit ihr an der 6. Autobiografischen Schreibwoche der Ebbe & Flut Textwerkstatt „Schreibend ins neue Jahr“ teilzunehmen. Schon lange will ich nämlich mein abwechslungsreiches Leben schreibend nachvollziehen.

Schon die vorgestellten unterschiedlichen Gedicht-Formen stimulieren mich.
Ein Acrostichon, bei dem die Anfangsbuchstaben der einzelnen Zeilen einen Sinn ergeben:

Eine
gute Idee,
ohne lange
nachzudenken.

ein Haiku mit 17 Silben in drei Zeilen, zu dem mir folgende Wortfolge einfällt:

Alt zu sein hin-dert
nicht die Freu-de am Le-ben,
macht es nur be-wusst.

Mich fesselt die Herausforderung, tieferen Sinn in ganz wenige Worte zu kleiden. In einer Gruppe von zehn gleichgesinnten Beteiligten wird dieser Teil des einwöchigen Kurses zu einem lustvollen Erlebnis. Dabei ist es natürlich auch anregend, als einzige Mannsperson mit von der Partie zu sein. So widmet mir Angelika, eine davon, nach meinem ungewollt frühzeitigen Abgang von der Schulung einen bewundernswerten Limerick ex posteriori:

Warum ging denn bloß der Egon?
War für ihn die Zeit denn um schon?
Das fand ich sehr betrüblich,
denn er schrieb doch sehr vergnüglich.
Seh’n wir uns erneut im Schreibsalon?

Monika Zachhuber, unsere Lehrmeisterin, vermittelt uns sehr inspirierend theoretische Grundkenntnisse zum autobiografischen Schreiben. Neben vielen berühmten Autobiografen wird auch die Anthroposophie von Rudolf Steiner (1861-1925) zitiert. Mit der chronologischen Einteilung des Lebens in neun Perioden zu je sieben Jahren ergeben sich jede Menge spezifischer Themen für den geordneten Aufbau einer Autobiografie.In der Periode von 0 bis 7 Jahren stehe ich als Zankapfel zwischen meinen Eltern. Zwischen 7 und 14 Jahren wechsle ich von der Hauptschule in ein klösterliches Privat-Gymnasium. Im darauf folgenden Abschnitt mache ich die Matura und trete als 21-Jähriger in den Servitenorden ein. Mit 27 Jahren trete ich wieder aus, da ich nicht zölibatär leben will. Zu Beginn des nächsten Zeitraums von 28 bis 35 Jahren heirate ich und bekomme eine Tochter. Nach der nächsten Phase des beruflichen Umbruchs vollziehe ich den Übergang von der einen Frau in meinem Leben zur nächsten, die ich mit 51 Jahren und viel Enthusiasmus heirate. Danach bin ich viel auf internationalen Geschäftsreisen. Um noch nicht in Pension gehen zu müssen, bevor ich die Normal-Arbeitszeit für die volle Höhe der Altersversorgung erreiche, lasse ich mich mit 63 zum Betriebsratsobmann unserer Abteilung, der „Liste Egon“ wählen. Ab Erreichung dieses Alters reden wir laut Rudolf Steiner nur mehr von Gnade, Dankbarkeit, Heiterkeit und Ähnlichem.

Dann aber gibt es viele praktische Ratschläge. Besprochen werden die Maximen „Für wen?“, „Was will ich erreichen?“, „Wie beginne, streiche, kürze, ändere ich?“, „Welche Titel verwende ich?“ und „Wie gewinne ich Abstand vom Geschriebenen vor der Veröffentlichung?“ Viele andere Details werden uns von der Kursleiterin vorgestellt, von uns besprochen und nachher – mehr oder weniger genau – befolgt.

Zur Mittagszeit werden wir von Monika mit einer selbst gemachten Suppe gelabt und haben Zeit, Erfahrungen auszutauschen. Anschließend denke ich persönlich darüber nach, was ein passendes Gerüst für die Schilderung meiner Erlebnisse sein könnte, und bringe es in Form eines Limericks zu Papier:

Ich schreibe wieder
gern was nieder,
befreit es mich doch ungemein
von Gedanken, die bis jetzt geheim,
seien sie auch noch so bieder.

Ich nütze die Gelegenheit, Details aus meinem Leben niederzuschreiben und – wie andere auch – vorzulesen. Die anschließende Diskussion lässt mich intensiv und praxisnah überlegen, wie ich die angedachten Episoden anderen Menschen präsentieren könnte, ohne Langeweile hervorzurufen.

Konflikte meistern

Ansichten & Einsichten 58
„Konflikte meistern“ ist der Titel eines Seminars, zu dem sich acht Teilnehmende eingefunden haben. Sie sind sehr skeptisch, als ich behaupte, dass es etwas gibt, was in jedem Fall hilfreich ist. Das gilt, wenn wir die positive Erwartung haben, dass sich eine schwierige Situation in eine angenehme ändern lässt. Die Haltung „alles ernst, aber nichts persönlich zu nehmen“ wirkt entlastend. Ich lade dazu ein, im geschützten Rahmen des Seminars neue Verhaltensmuster zu erproben. Mit speziellen Übungen wird spürbar/erlebbar, was genau für die jeweilige Person so problematisch ist. Manche sind bei Angriffen sprachlos, andere werden wütend oder zornig. Jede darf und soll ganz neue Rollen übernehmen. Lustvoll erproben wir verschiedene Strategien. Bei der jeweils anschließenden Reflexion und beim gegenseitigen Feedback erfahren einige, dass sie Fähigkeiten haben, die ihnen vorher gar nicht bewusst waren. Eine Teilnehmerin konnte gar nicht glauben, dass sie die Durchsetzungsfähigste in der Gruppe ist. Sie hatte sich selbst ganz anders eingeschätzt.

 



Zusatz:
Nächste Möglichkeit zum Üben gibt’s kostenfrei beim Seminar „wie sag ich’s?“ – Erfolgreich kommunizieren im politischen Alltag (15. und 16. Februar 2019, nur für Frauen!)